Situation der Gesundheitsprävention und Gesundheitserziehung in Freiburger Kindertagesstätten

Antwortschreiben der Verwaltung vom 27.03.2017
Situation der Gesundheitsprävention und Gesundheitserziehung in Freiburger Kindertagesstätten

Sehr geehrte Frau Städträtin Stein
sehr geehrter Herr Stadtrat Schmidt,

danke für Ihre Anfrage zur Situation der Gesundheitsprävention und -erziehung in Freiburger Kindertagesstätten.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass es nicht möglich war, kurzfristig alle Freiburger Kindertageseinrichtungen entsprechend zu befragen, die Antworten beziehen sich deshalb auf die 20 städtischen Kitas. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Situation in den Kindertageseinrichtungen der freien Träger ähnlich darstellt, darüber hinaus wurde mit dem Gesundheitsamt Freiburg in dieser Angelegenheit Rücksprache gehalten.

Zu den Fragen im Detail:

1. Findet in allen Kindertagesstätten, in denen Mahlzeiten wie das Mittagessen eingenommen werden, das anschließende Zähneputzen statt? Wenn nein, warum nicht?

Das Gesundheitsamt empfiehlt grundsätzlich das Zähneputzen nach dem Mittagessen, weist aber darauf hin, dass bestimmte hygienische Voraussetzungen eingehalten werden müssen: Es muss sichergestellt sein, dass die Kinder die Zahnbürsten nicht vertauschen und dass die Zahnbürsten von den Kindern ausschließlich zum Zähneputzen verwendet werden; die Zahncreme muss von den pädagogischen Fachkräften ausgeteilt werden. Das Gesundheitsamt erachtet es allerdings grundsätzlich für ausreichend, wenn die Zähne der Kinder morgens und abends unter Aufsicht und Anleitung der Eltern gründlich gereinigt werden. Wenn dies nicht gewährleistet sei, sei es wünschenswert, wenn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kita erzieherisch auf Kinder und beratend auf Eltern einwirken.

Für das Zähneputzen in Kitas spricht aus pädagogischer Sicht, dass die Kinder von klein auf lernen, dass Zähneputzen nach dem Essen selbstverständlich ist. Um einen guten hygienischen und pädagogischen Effekt zu erzielen, hat es sich bewährt, in kleinen Gruppen zu putzen – diese sind allerdings sehr betreuungsintensiv.

In rund der Hälfte aller städtischen Kindertageseinrichtungen, die Ganztagsplätze anbieten, findet nach den Mahlzeiten ein anschließendes Zähneputzen statt. Diejenigen Kitas, die sich dagegen entscheiden, haben dafür gute Grün-de und sie lassen sich regelmäßig vom Gesundheitsamt beraten. Es gibt Pädagoginnen und Pädagogen, die dafür plädieren, den Hygieneaufwand nach dem Mittagessen sehr niedrig zu halten (keine aufregenden Gruppensituationen), damit der Übergang in die Ruhe- bzw. Schlafphase von den Kindern erfolgreicher bewältigt werden kann.

2. Wie werden die Gesundheitsämter in die Zahnprophylaxe der Kindertagesstätten mit eingebunden?

2.1 Gibt es regelmäßige Informationsveranstaltungen für Erziehungsberechtigte?

Das Gesundheitsamt bietet keine Informationsveranstaltungen für Erziehungsberechtigte an. In einzelnen Einrichtungen werden Informationsveranstaltungen mit engagierten Eltern (Zahnärztinnen/Zahnärzte) angeboten. Die Gesundheitsämter geben nach ihrem jährlichen Besuch in den Kitas eine schriftliche Rückmeldung an die Eltern.

2.2 Findet eine prophylaktische, kindgerechte Informationsweitergabe durch das Personal der Gesundheitsämter statt? Wenn ja, wie oft und durch wen veranlasst?

Einmal jährlich kommt die Zahnärztin aus dem Gesundheitsamt in alle Gruppen und übt kindgerecht mit den Kindern das Zähneputzen.

2.3 Ist es möglich, dass die Kindertagesstätten eine Grundausstattung zur Zahnpflege (z. B. Zahnbürsten und Zahnputzbecher für jedes Kind) durch das Gesundheitsamt erhalten?

Ja, das ist möglich.

2.4 Finden Untersuchungen durch ZahnärztInnen in den Kindertagesstätten statt? Wenn ja, wie oft? Wie werden die Erziehungsberechtigten mit ein-bezogen? Gibt es Informationen für Erziehungsberechtigte in verschiedenen Sprachen? Wenn ja, in welchen?

Die Gesundheitsämter besuchen einmal jährlich jede Kindertageseinrichtung. Sie untersuchen die Kinder, geben schriftliche Rückmeldungen an die Eltern und beraten die Einrichtungen bei der Umsetzung der Zahnhygiene. Informationen in verschiedenen Sprachen gibt es bisher nicht.

3. Die erste Untersuchung bezüglich der Schulreife wurde in den letzten Jahren auf das Alter von 4 Jahren verlegt, sodass eine Frühförderung bei Bedarf besser möglich ist.

3.1 Wie findet die Organisation dieser Untersuchung statt? Gibt es Informationen über diese Untersuchung in verschiedenen Sprachen? Wenn ja, in welchen?

Das Gesundheitsamt erhält vom Einwohnermeldeamt einmal im Jahr die Namen und Adressen aller Kinder, die zwischen dem 01.10. und 30.09. geboren wurden und deren 5. Geburtstag im nächsten Kindergartenjahr bevorsteht. Diese Daten werden mit den in Kindertageseinrichtungen erfassten Kindern abgeglichen, sodass die Einladungen zu den Untersuchungen über die Kindertageseinrichtungen an die Eltern gerichtet werden kann. Diejenigen Kinder, die keine Kita besuchen, erhalten die Einladungen nach Hause geschickt. In Einzelfällen kommt es vor, dass Kinder, die keine Kita besuchen, nicht erreicht werden. Diese werden dann spätestens im Zusammenhang mit der Schulanmeldung untersucht.

Die Einladungen und die Untersuchungen erfolgen in deutscher Sprache. Informationen in anderen, gängigen Sprachen sind in Vorbereitung, zuständig hierfür ist das Ministerium für Gesundheit und Soziales Baden Württemberg, da alle Vorlagen für diese Untersuchungen zentral erstellt werden.

3.2 Wie werden Kinder, die keine Kindertagesstätte besuchen, für diese Untersuchungen erreicht?

Die Teilnahme an diesen Untersuchungen ist für alle eingeladenen Kinder verpflichtend (§ 91 Schulgesetz Baden-Württemberg). Weitere Informationen sind unter 3.1 aufgeführt.

Mit freundlichen Grüßen
(G. Stuchlik)
Bürgermeisterin