Den Menschen in Freiburg die Möglichkeit zu bezahlbarem Wohnraum geben

Monikas Rede zum Jahresbericht der Wohnungsnotfallhilfe im Gemeinderat vom 25.07.2017
Den Menschen in Freiburg die Möglichkeit zu bezahlbarem Wohnraum geben

Herr Oberbürgermeister, 
meine Damen und Herren,

zuerst vielen Dank für die rasche Beantwortung unserer interfraktionellen Anfrage bezüglich Zwangsräumungen und Kindeswohlgefährdung, die heute Mittag kam. 
Diese Anfrage war eine Folge aus der gemeinsamen Sitzung des Migrationsausschusses und des Sozialausschusses. Dort war die Frage aufgetaucht, wie viele Zwangsräumungen – ganz besonders bei Familien – trotz aller enormen Anstrengungen und des tatkräftigen Einsatzes der in der Wohnungssicherung tätigen Menschen in der Freiburger Stadtverwaltung letztes Jahr stattgefunden haben. Ihnen an dieser Stelle vielen Dank für Ihren wertvollen Einsatz!
Zwangsräumungen sind für Menschen schwere bis traumatische Einschnitte, deshalb ist es absolut richtig, dass wir in Freiburg viel dafür tun, dass es gar nicht so weit kommen kann.
Wenn aber alle Unterstützungsmaßnahmen nichts nützen, werden Menschen aus ihren Wohnungen zwangsgeräumt und müssen von der Stadt untergebracht werden.
Unsere Anfrage betraf die spezielle Situation von Familien mit Kindern. Wir wissen, dass die MitarbeiterInnen des Dezernat III alles dafür tun, in diesen Familien eine potentielle Kindeswohlgefährdung zu erkennen. Wir sind aber überzeugt, dass es manchmal nicht die offensichtliche Kindeswohlgefährdung gibt, sondern eine versteckte. 
Aus gutem Grund gibt es daher die dahingehend erfahrene Fachkraft, die von allen pädagogisch Tätigen in Kindertagesstätten, Schulen und Jugendzentren zu Rate gezogen werden muss, wenn es um Kindeswohlgefährdung geht. Für uns Laien ist eben nicht jede Kindeswohlgefährdung erkennbar. 
Daher bitten wir die Stadtverwaltung an dieser Stelle, intern noch mehr in den Kontakt zu gehen – natürlich unter Beachtung des Datenschutzes – damit alle Kinder und Jugendlichen die Unterstützung erhalten, die ihnen zusteht. Wohnungslosigkeit ist ein Schicksal, das wir niemandem wünschen. Wohnungslosigkeit von Kindern und Jugendlichen sollte von uns allen mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten bekämpft werden. Manchmal kommt ein Kopf mehr auch auf eine Idee mehr, die wirksam sein könnte, daher die Bitte um die noch engere Vernetzung.

Nun aber zum Inhalt der Vorlage:
Wir haben in Freiburg 1700-1800 Menschen, die unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht bzw. betroffen sind.
Dies sind nicht alles die Wohnungslosen, die uns auf den ersten Blick ins Auge fallen. Viele haben vor allem ein Problem: sie haben keine Wohnung. Einige dieser Menschen haben mehrere Probleme gleichzeitig, aber bei etlichen ist es genau ein Problem. Wenn dies nicht gelöst wird, dann kann das dazu führen, dass andere Probleme dazu kommen. 
In Freiburg gibt es deutlich zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Das ist eine Erklärung für die Zahlen, die wir in dieser Vorlage vorgelegt bekommen. Herr Heidemann weist seit Jahren darauf hin, dass die beste Wohnungslosenhilfe an ihre Grenzen stößt, wenn die Menschen, die stabilisiert sind – oder das gar nicht werden müssen, weil ihnen einfach nur eine Wohnung fehlt – in keine Wohnung umziehen können, weil diese Wohnung in Freiburg nun mal nicht zur Verfügung steht.
Meine Vorredner haben dazu auch schon einiges gesagt.
Daher hoffen wir, dass die Mehrheit des Gemeinderats bereit ist, bei Neubaugebieten preiswerten Wohnraum zu schaffen – und daher gibt es den 50% Beschluss des Gemeinderats, der umgesetzt werden muss, damit wir den Menschen, die in Freiburg leben, die Möglichkeit auf bezahlbare Wohnungen geben.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit