Quartiersarbeit - niedrigschwellig und vor Ort. Richtig so.

Monikas Rede zum Thema Quartiersarbeit Weingarten
Quartiersarbeit - niedrigschwellig und vor Ort. Richtig so.

Herr Oberbürgermeister,
Herr von Kirchbach,
liebe Anwesende,

wir beschließen, wie bereits mehrfach angesprochen wurde, heute eine weitaus angenehmere Drucksache mit dem Namen „Quartiersarbeit“ im Titel, als dies noch vor einiger Zeit der Fall war. So können wir doch erfreut zur Kenntnis nehmen, dass Gräben, die unserer Meinung nach so nicht hätten aufgerissen werden dürfen, nun endlich wieder durch vorsichtiges Herantasten und durch intensive Zusammenarbeit langsam geschlossen werden.

Allerdings muss ich an dieser Stelle schon noch einmal betonen, dass ich erwartet hätte, dass diese Gräben erst gar nicht so heftig - und in meinen Augen unnötig - hätten aufgerissen werden dürfen. Ich kann davon leider nicht so erfreut berichten, wie Herr Frey von den Bündnisgrünen das gerade gemacht hat, und dies als "wichtig und richtig" darzustellen. Ich verstehe auch nicht, dass Sie, Herr Frey, die Träger der Quartiersarbeit jetzt dazu aufgerufen haben, sich endlich "konstruktiv an der Neuausrichtung der Quartiersarbeit zu beteiligen" - ich weiß nicht, wie sie die konstruktive und sehr aktive Mitarbeit der Träger und die Kompromissbereitschaft von diesen bisher übersehen konnten!

Ich bin Frau Vogel dankbar, dass sie gerade noch einmal klargestellt hat, wie manche immer wieder Quartiersarbeit falsch verstehen. Die „Soziale Anlaufstelle Weingarten“ ist sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Die Sozialraum-Orientierung, die hier eingeschlagen wird, ist auf jeden Fall erfreulich und richtig. Wir sind sehr gespannt auf die konkrete Ausgestaltung, die sicherlich bald im Sozialausschuss diskutiert werden wird. Wir begrüßen sehr, dass die Angebote für die Menschen in Weingarten niederschwelliger erreichbar werden - und wir begrüßen sehr, dass Versäumnisse der vergangenen Jahre jetzt endlich aufgearbeitet werden - wie zum Beispiel die Aufstockung der Hausmeisterdienste in den Stadtbau-Hochhäusern, die endlich dazu führen wird, dass die für die Menschen vor Ort unbefriedigende Situation - auf die sie jahrelang hingewiesen haben - sich verbessern wird. Frau Seebacher hatte darauf auch hingewiesen. Wir sind sehr gespannt, wie dies ausgearbeitet wird und welchen Erfolg es haben wird.

Ich bin mir sicher, dass die Niederschwelligkeit sich bezahlt machen wird. So kann ich aus meiner beruflichen Erfahrung berichten, dass es für viele kaum vorstellbar ist, wie groß die Hürde für viele Menschen ist, irgendwo anders hinzugehen, als zu Personen oder Stellen in vertrauter Umgebung. Damit möglichst wenige Menschen verloren gehen, muss die Zentralität aufgegeben werden, die wir in Freiburg bisher gelebt haben. Daher begrüßen wir diese Vorlage aus vollem Herzen und stimmen sehr gerne zu.

Vielen Dank.

Redebeitrag von Monika Stein, stellvertretende Vorsitzende der JPG-Fraktion, in der Sitzung des Freiburger Gemeinderates vom 20.02.2018